Moshé Feldenkrais

(1904-1984) gilt vielen Menschen als eine der wichtigsten Forscher- und Lehrerpersönlichkeiten des letzten Jahrhunderts.

Sein mit einer außergewöhnlichen Beobachtungsgabe gepaarter Verstand, sein unermüdlicher Forscherdrang, sein schier unstillbares Interesse an "den Dingen des Lebens", sowie nicht zuletzt die erfolgreiche Eigenbehandlung seiner schweren Knieverletzungen brachten den promovierten Physiker dazu, seine Aufmerksamkeit immer mehr der menschlichen Fähigkeit zum Lernen zu widmen.

Denn das Besondere an der Ausheilung seiner Knie bestand in der Weise, wie er selbst gelernt hatte, diese entzündlichen Prozesse immer weiter einzuschränken und einen Selbstgebrauch zu entwickeln, der zu einer Funktionalen Integration dieser wichtigen Gelenke in sein gesamtes Verhaltensspektrum führte.

Damit war die Feldenkrais-Methode geboren.

Über vierzig Jahre lang erforschte er das Zusammenspiel zwischen bewußtheitlicher Entwicklung und Bewegung im Schwerefeld. Die von ihm entwickelten über 1000 Bewegungslektionen (Bewußtheit durch Bewegung) zeigen nicht nur die erstaunlichen Bewegungsmöglichkeiten des menschlichen Körpers, sondern besonders auch die Potenz des Nervensystems zur Weiterentwicklung der eigenen Fähigkeiten und damit seiner Wahlmöglichkeiten (Organisches Lernen). Pointiert meinte Feldenkrais denn auch, er sei nicht an flexiblen Körpern, sondern vielmehr an flexiblen Gehirnen interessiert. Seine Erkenntnisse legte er in zahlreichen Büchern nieder.
Die Möglichkeit der Wahl, eine fast zwangsläufige Folge der Entwicklung von Bewußtheit durch Organisches Lernen, stand für diesen genialen Lehrer im Zentrum seiner Arbeit. Die Tatsache, daß er nicht die Welt verbessern, sondern versuchen wollte, jedem Menschen seine Würde und ureigenste Qualität wieder an die Hand zu geben, zeugt von seiner tiefen Humanität.

Hier können Sie herunterladen: Das Lernen erlernen: Die Feldenkrais-Methode

Bild :Robert Dilts